Studie zur Behandlung von Kindern mit Rezidiv einer akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL)

Seit den 70er Jahren werden in der pädiatrischen Onkologie Therapieoptimierungsstudien durchgeführt. Diese haben zum Ziel, die Prognose der betroffenen Patienten zu verbessern und gleichzeitig die Therapietoxizität und mögliche Spätfolgen der Therapie zu verringern.
Hier finden Sie Informationen über die Studie, deren Mitarbeiter, die Referenzlabore und unsere Kooperationspartner.

Die Berlin-Frankfurt-Münster (BFM)-Gruppe vereinigt in Deutschland und in Europa einen Großteil dieser pädiatrisch-onkologischen Studien in ihrer Studiengruppe. Patienten mit Rezidiv einer akuten lymphoblastischen Leukämie wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach dem Protokoll der Studie ALL-REZ BFM behandelt. Diese Studie wurde 1983 von Prof. Günter Henze in Berlin begründet und hat seitdem stetig die Prognose der betroffenen Patienten verbessern können.

Die Patienten werden üblicherweise aus einer der beiden deutschen ALL-Ersterkrankungsstudien ALL-BFM oder CoALL zugewiesen. Die Patientenaufnahme in die fünfte konsekutive ALL-Rezidiv-Studie (ALL-REZ BFM 2002) wurde 2012 beendet. An dieser Studie nahmen auch Zentren aus Kanada und der Tschechischen Republik teil.

Patienten mit ALL-Rezidiv und Indikation für eine Stammzellzelltransplantation (KMT) nehmen im Anschluss an die Chemotherapie an der ALL BFM KMT-Studie teil, um nach einem standardisierten Protokoll eine Stammzelltransplantation zu erhalten.

Die letzte Studie ALL-REZ BFM 2002 prüfte in einem randomisierten Design die Wirksamkeit einer weniger intensiven, kontinuierlichen Konsolidierungstherapie im Vergleich zu den bisher in der ALL-Rezidivtherapie üblichen Chemotherapie-Blöcken. Mit dem Erreichen der für die Beantwortung der Studienfrage notwendigen Patientenzahl, werden neue Patienten bis zum Beginn der Nachfolgestudie INTREALL 2010 mit dem Studienarm weiterbehandelt, der das bessere Studienergebnis erreicht hat. Bis zur Eröffnung der neuen Studie werden an Oktober 2012 alle Patienten in eine Beobachtungsstudie eingeschlossen.

Die ALL-REZ BFM 2002-Studie sowie die beobachtungsstudie werden von der undefinedDeutschen Kinderkrebsstiftung gefördert. Die Öffnet externen Link im aktuellen FensterIntReALL Studie wird im Rahmen des 7. EU-Rahmenprogrammes gefördert.

Erfreulicherweise ist die Zahl von Patienten mit Rezidiv einer ALL in den letzten Jahren gesunken. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Durchführung einer ALL-Rezidiv-Studie auf rein nationaler Ebene inzwischen sehr lange dauern würde, bis ein aussagekräftiges Ergebnis erreicht werden könnte. Aus diesem Grund wird die nächste Folgestudie auf internationaler Ebene durchgeführt, teilnehmende Länder werden u.a. England, Frankreich, Italien, Portugal, Österreich und Deutschland sein. Diese Öffnet externen Link im aktuellen FensterStudie hat im Juni 2014 für Patienten mit eineStandardrisiko begonnen. Die Leitung (Sponsor) dieser internationalen Studie wurde von Dr. med. Arend von Stackelberg an der Charité übernommen.

In unserer Funktion als Kompetenzzentrum für rezidivierte und refraktäre ALL erhalten wir regelmäßig auch Anfragen zu Patienten, bei denen eine abweichende Therapie durchgeführt wurde oder auch zu Kindern mit Mehrfachrezidiven. Es werden daher seit jeher auch die Krankheitsverläufe solcher Patienten erfasst und dokumentiert, damit auch in diesen Fällen eine individuelle Beratung und Mitbetreuung möglich ist und entsprechende Therapieempfehlungen auf einer soliden Datenbasis gegeben werden können. 

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Kontakt ALL-REZ/IntReAll Studie

ALL-Rezidiv / IntReAll Studie

Charité - Universitätsmedizin Berlin

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CC 17: Frauen-, Kinder- & Jugendmedizin mit Perinatalzentrum & Humangenetik

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